In meiner dritten Praktikumswoche wechselte ich auf die Intensivstation. Vor Beginn hatte ich
erwartet, eine besonders hektische und laute Arbeitsumgebung vorzufinden. Tatsächlich war
das Gegenteil der Fall.
Die Intensivstation war einer der ruhigsten Bereiche des Krankenhauses. Es gab kaum
Begleitpersonen, wenig Gespräche und keine Hektik. Viele Patientinnen und Patienten waren
beatmet, stark sediert oder befanden sich im Koma. Dadurch herrschte eine konzentrierte und
ruhige Arbeitsatmosphäre.
Die technische Ausstattung der Station war insgesamt solide. Die lebenswichtigen Funktionen
der Patientinnen und Patienten wurden über Monitore überwacht. Auch für Stromausfälle war
vorgesorgt, da Generatoren die Versorgung sicherstellten.
Ein wesentlicher Bestandteil der physiotherapeutischen Arbeit bestand darin, die Patientinnen
und Patienten regelmäßig zu mobilisieren und durchzubewegen. Ziel war es, Kontrakturen
und Druckgeschwüren vorzubeugen, den Kreislauf zu aktivieren und die positiven Effekte
früher Mobilisation zu nutzen. Zusätzlich gehörte das Absaugen von Atemwegssekreten zu
den Aufgaben der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten – eine Tätigkeit, die in
Deutschland häufig von Pflegekräften übernommen wird.
Einige Situationen machten deutlich, mit welchen Herausforderungen das Gesundheitssystem
zu kämpfen hat. In einem Fall bestand der Verdacht auf einen Hirntod, jedoch fehlten die
notwendigen diagnostischen Möglichkeiten, um diesen Zustand eindeutig zu bestätigen.
Solche Situationen verdeutlichen die Grenzen der verfügbaren Ressourcen und die
schwierigen Entscheidungen, die das medizinische Personal täglich treffen muss.
Während meiner Zeit auf der Intensivstation waren außerdem Gäste einer amerikanischen
Universität vor Ort. Besonders bereichernd waren die gemeinsamen Gespräche und der
fachliche Austausch mit einer Professorin, deren umfangreiches Wissen für alle Beteiligten
eine große Lernchance darstellte.
Mein Fazit
Die Intensivstation war in vielerlei Hinsicht das Gegenteil der vorherigen Wochen. Statt
geschäftiger Flure und voller Behandlungsräume prägten Ruhe, Konzentration und oft auch
Nachdenklichkeit den Alltag.
Gerade diese Ruhe machte jedoch deutlich, wie ernst die Situation vieler Patientinnen und
Patienten war. Die Woche hat mir gezeigt, wie wichtig selbst kleinste physiotherapeutische
Maßnahmen auf einer Intensivstation sein können und welchen Beitrag sie zum Erhalt von
Funktionen und zur Lebensqualität leisten.
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